Biokreis ist 1979 aus einer Verbraucherinitiative im niederbayerischen Passau hervorgegangen. Damals stand die Information der Bevölkerung zur gesunden Ernährung und ökologischen Landbau im Mittelpunkt. Daraus entwickelte sich die Idee, Landwirte und Verarbeiter zu ökologischer Betriebsweise zu motivieren. Heute sind in dem Verein rund 1.000 landwirtschaftliche Betriebe mit ca. 35.000 Hektar, 100 Verarbeiter und über 200 Verbraucherinnen und Verbraucher organisiert. Ihr Ziel: Die bäuerliche Landwirtschaft auf Basis des ökologischen Landbaus in regionalen Strukturen fördern. Beim Biokreis muss der gesamte landwirtschaftliche Betrieb ökologisch bewirtschaftet werden, eine Teilumstellung des Betriebes (z. B. halb konventionelle, halb biologische Wirtschaftsweise) ist nicht möglich. Biokreis-Tiere dürfen nur dann verkauft werden, wenn sie auf einem Biokreis-Hof geboren wurden.

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Tierwohl im Biokreis

Platz, Luft und Licht – so ist wohl die landläufige Vorstellung davon, was in der Haltung von Nutztieren wichtig ist. In den Richtlinien unseres Verbandes regeln wir, wie Rinder, Schweine, Geflügel und andere Tiere auf den Höfen unserer Mitglieder gehalten werden. Die wesentliche Maxime lautet: Die natürlichen Lebensgrundlagen bleiben erhalten, Nutztiere werden artgemäß gehalten und unsere Landwirte erwirtschaften ein faires Einkommen.
 
Bundesweit arbeiten 1150 Bio-Bauern nach den Richtlinien des Biokreis. Die Tiere unserer Landwirte haben genügend Platz, um ihren natürlichen Bewegungsdrang auszuleben, die Ställe sind luftig und hell, ausreichend Einstreu und Auslauf eine Selbstverständlichkeit. Gentechnikfreies Futter wird auf dem eigenen Betrieb erzeugt sowie Bio-zertifiziert von einer unserer Futtermühlen zugekauft. Diese sind Teil eines Netzwerks von 150 Biokreis-Verarbeitern, darunter auch handwerkliche Metzgereien, die das Fleisch der Tiere verarbeiten.

Das Wohl der Tiere lässt sich aber nicht nur in Zahlen wie Bestandsdichte, Fensterfläche und Auslauf-Größe fassen. Darum überprüfen wir vom Biokreis zusammen mit den Verbänden Bioland, Naturland, Demeter und GÄA, wie es den Tieren tatsächlich geht. Seit 2014 ist der Tierwohl-Check Bestandteil der alljährlichen Bio-Kontrolle. Wir erfassen den Gesundheitszustand der Tiere und überprüfen Stallklima, Hygiene und Beschaffenheit von Liegeflächen und Ausläufen. Das erlaubt uns, bei Problemen rechtzeitig gegenzusteuern. Wir stellen uns täglich die Frage, wie wir unsere Tierhaltung zum Wohl der Tiere verbessern können.

Ihr Sepp Brunnbauer
Geschäftsführer Biokreis e.V. –
Verband für ökologischen Landbau

Gute Gründe für Biokreis-Fleisch

  • Die Anzahl der Tiere ist an die vorhandene Fläche gekoppelt. So soll das Grundwasser frei von Nitrat bleiben. Die Tiere haben ausreichend Platz und Auslauf, um ihre natürlichen Verhaltensweisen auszuleben.
  • Das Futter ist gentechnikfrei und kommt überwiegend vom eigenen Hof oder aus regionaler Kooperation.
  • Die Tiere erhalten keine Wachstumsförderer oder vorbeugende Antibiotika-Gaben. Im Krankheitsfall werden Naturheilverfahren und Homöopathie bevorzugt.
  • Das Kupieren von Schwänzen und Kürzen von Schnäbeln ist verboten.
  • Der Tierwohl-Check erfasst den Gesamtzustand der Tiere.
  • Bei der Verarbeitung zu Fleisch- und Wurstprodukten sind lediglich sechs unbedenkliche Zusatzstoffe zulässig.