Biohof Heiko Müller

Im thüringischen Tanna dreht sich alles um Gans und Ente. Ariane reist zum Biohof Müller, wo das Geflügel seit 2008 nach Bioland-Richtlinien aufgezogen wird. Hier erwarten sie rund 3900 flauschige Eintags-Entenküken in einem großen 33 °C warmen Stall auf frischem Stroh. Sobald sie groß genug sind, dürfen sie auf die große Wiese mit Badetümpel. Neben Grünfutter fressen sie dort auch Insekten, kleine Amphibien oder Schnecken.

Das Futter der Tiere baut Müller teilweise auf dem eigenen Acker an. Zugekauftes kommt von einem benachbarten Naturland-Betrieb, der in einer sogenannten Futter-Mist-Kooperation im Gegenzug organischen Dünger erhält. Mit artgerechter Aufstallung, täglichem Grünauslauf, niedrigen Herdendichten und täglich frischer Einstreu im Stall vermeidet der Biohof den Einsatz von Antibiotika.

Mehr als 2000 Gänseküken wachsen zunächst in Cobstädt bei Erfurt auf und kommen dann zu Heiko Müller. Die Freilandhaltung und viel Bewegung ist besonders zum Ende des Gänselebens hin das Entscheidende, denn ab diesem Zeitpunkt setzen die Tiere ihr Fett an.

Auch die Lebenslänge der Gans macht einen Qualitätsunterschied beim Fleisch aus. Sie haben fast doppelt so viel Lebenszeit wie konventionelle Mastgänse. Denn je mehr Zeit sie zum Wachsen bekommen, desto besser ist die Fleischqualität. Das Fleisch verliert beim Braten nur wenig an Größe, ist weniger fettig und zarter als das der zu schnell gemästeten Gänse. Dafür braucht die Bio-Gans aber auch mehr Zeit im Ofen.

Und das ist auch gut so. Schließlich sollten wir uns zur Krönung unserer schönen Traditionen die Zeit nehmen, um so ein Tier mit der nötigen Wertschätzung zuzubereiten. Ganz in diesem Sinne empfiehlt Heiko Müller besonders das Niedrigtemperaturgaren.