Mehr als ein Viertel aller Speisefische gilt als überfischt, weitere dreißig Prozent sind gefährdet.

Kann man mit solchen Zahlen im Kopf überhaupt noch Fisch essen?
Ja, kann man: Wenn man bewusst einkauft und auf Produkte von Firmen zurückgreift, die Fischwirtschaft nachhaltig gestalten. Eine davon ist followfish. Wir haben mit den beiden Geschäftsführern Jürg Knoll und Harri Butsch über die Motivation dahinter gesprochen.

Dieses Jahr feiert followfish bereits seinen 10. Geburtstag. Wie kam es 2007 zur Gründung?
Jürg Knoll: Wir haben followfish aus innerer Überzeugung gegründet, als das Thema Überfischung mehr und mehr an Kraft gewann. Dagegen wollten wir etwas tun. Unsere Vision war es ehrliche, natürliche und nachhaltige Fischprodukte zu verkaufen. Außerdem wollten wir Transparenz bieten und führten deshalb eine Marktinnovation ein, die heute glücklicherweise zum Standard geworden ist: unseren Tracking-Code. Damit kann jeder nachverfolgen, woher der Fisch kommt, den er isst – und das auf jeder Packung. Das würden wir gerne etwas detaillierter wissen:
Was genau offenbart der Tracking-Code?
Harri Butsch: Mit dem Tracking-Code bekommt der Kunde exakte Informationen über das Produkt, auf dem er abgebildet ist, z.B. Fangdatum, -gebiet, Transportroute, Herkunft der weiteren Bio-Zutaten etc. Der Code wird zusammen mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum auf die Verpackung gedruckt, die Informationen von jeder Produktion separat geprüft und auf unserer Website hinterlegt, sodass wir ein Maximum an Transparenz erreichen können. 
Was ist nun eigentlich so nachhaltig und „bio“ an den Produkten von followfish?
Jürg Knoll: Bei unseren Fischen unterscheiden wir zwischen Zucht- und Wildfisch. Ein klassischer Zuchtfisch ist z.B. unser Bio-Lachs, der in Aquakulturen in Norwegen und Irland gehalten wird. Bei Aquakultur wird Nachhaltigkeit durch Bio-Aufzucht gewährleistet. Bio-Kriterien sind zum Beispiel die Besatzdichte (also Anzahl der Fische pro Kubikmeter Wasser), das Futter ist in Bio-Qualität und es gibt selbstverständlich keine Antibiotika-Behandlung. Bei Wildfisch setzen wir nur auf Fischereien, die den strengen Regeln des MSC entsprechen. Der sehr umfangreiche Kriterienkatalog umfasst dort 3 Kernbereiche: Schutz der Fischbestände, minimale Auswirkungen auf die Lebensräume und Ökosysteme im Meer, Verantwortungsvolles und effektives Management.