3 Fragen an Herrn Dr. Martin Bohn

Herr Dr. Martin Bohn ist seit 38 Jahren in der Geflügelbranche tätig. 1997 gründete er sein eigenes Unternehmen, um hochwertige Produkte in Bio-Qualität herzustellen.

 

Herr Bohn, was waren die Gründe für Ihren Einstieg in die Öko-Geflügelerzeugung?

„Ich suchte nach Alternativen, was die Rasse und die Haltungsform anging. Ersteres fand ich in der KellyBronze®-Pute, zweiteres im Öko-Landbau. Und so kam eins zum anderen. Heute blicke ich auf ein starkes Netzwerk mit deutschen Bio-Höfen, auf schmackhafte und gesunde Premium-Produkte in Bio-Qualität und auf engagierte Mitarbeiter - die Neuausrichtung hat sich gelohnt.“

 

Ihr Bio-Geflügel erhält ausschließlich Öko-Futter aus der Futtermühle. Verraten Sie uns, was dahinter steckt?


„An der Futtermühle in der Nähe von Leipzig halten wir eine Beteiligung. Das bedeutet, dass wir für die Qualitätssicherung, den Rohwareneinkauf sowie die Erstellung der Rezepturen verantwortlich sind. Beispielsweise stammt das benötigte Getreide des Bio-Gefl ügelfutters, das zu 100 Prozent an unsere Mastbetriebe geliefert wird, wiederum zum großen Teil von den Äckern unserer Bio-Höfe. Wirgarantieren damit eine Fütterung mit bester Bio-Qualität und kommen dem Ideal der im Ökolandbau gewünschen Kreislaufwirtschaft sehr nahe.“

 

Welche Rassen werden auf den Bio-Höfen gehalten?

„Bei den Puten arbeiten wir mit der KellyBronze®-Pute und unsere Hähnchen sind eine französische Gattung. In Frankreich wird bekanntermaßen ein sehr hoher Standard im Gefl ügelbereich erreicht, weswegen wir es hier – wie bei den Puten - mit einem langsam wachsenden Tier zu tun haben, das neben der Eignung für die Haltung mit Auslauf sehr robust ist und eine besondere Fleischqualität liefert. Wichtig ist, dass unsere Tiere nach dem Schlüpfen keine Schnabelbehandlung erhalten und artgerecht, gemäß den Richtlinien des Anbauverbandes Biokreis e.V., gehalten und gefüttert werden.“

 

Beste Fleischqualität durch artgerechte Haltung und Fütterung

Artgerecht gehaltene Hühner und Puten: diese leben auf den Bio-Höfen, von denen das Unternehmen Freiland Puten Fahrenzhausen, 1997 durch Herrn Dr. Martin Bohn gegründet, sein Geflügel bezieht. Seine Suche nach neuen Rassen und alternativen Haltungsformen zum konventionellen Bereich – hier arbeitete er bereits seit über 25 Jahren – führte ihn einerseits zur KellyBronze®-Pute und anderseits in den Öko-Landbau. Zunächst wurden nur Puten gemästet, seit 2004 liefert das Unternehmen aber auch Hähnchen wöchentlich frisch und in Bio-Qualität.

 

Regionale Herkunft ist deutsche Herkunft aus Verbandsbetrieben

Von Anfang an ist Freiland Puten Fahrenzhausen Mitglied im Anbauverband und seit Juni 2001 im Biokreis e.V. Besonders den Zielen und Richtlinien des Biokreis e.V. und der Forderung nach der qualitativ hochwertigen Erzeugung von Produkten, fühlt sich das Team um Martin Bohn verbunden. „Es gibt halt schon einige Unterschiede zwischen EU-Bio und Verbands-Bio. Als ‚Überzeugungstäter‘ wollen wir dem höchsten Standard gerecht werden.“ Aus diesem Anspruch heraus, arbeitet das Unternehmen ausschließlich mit deutschen Verbands-Bio-Betrieben zusammen, wie einer Haltergruppe im Süden, zu denen im Wesentlichen die Betriebe „der ersten Stunden“ zählen, und einer im Osten bzw. im Nordosten Deutschlands. „Die Bio-Geflügelerzeugung ist sehr flächenintensiv und diese Flächen haben wir in den neuen Bundesländern gefunden. Mittlerweile kommen zirka 85 Prozent unserer Tiere aus den neuen Ländern“, erläutert Bohn. Regionale Herkunft ist bei Freiland Puten eine deutsche Herkunft aus Verbandsbetrieben.

Und diese fängt bei den Küken an. Hier verfolgt die Firma ein geteiltes System je nach Geflügelart. Die Jungputen der KellyBronze®-Puten, stammen bundesweit aus drei Aufzuchtbetrieben. Auf diesen bleiben die Jungtiere bis zur fünften oder sechsten Lebenswoche bevor sie auf den Bio-Höfen ihre endgültige Größe erreichen. Bei den Hähnchen besteht diese Teilung nicht. Alle Betriebe versorgen ihre Küken bis zum ausgewachsenen Tier selbst. Eine betriebseigene Zucht ist für das Unternehmen derzeit nicht machbar. Dafür braucht es laut Bohn Spezialisten, die die Haltung der Elterntiere und das Brüten der Eier übernehmen. „Die Eltern unserer Hähnchen leben ebenfalls auf Bio-Betrieben, so dass wir in diesem Bereich vom Ei bis zur fertigen Fleischpackung alles in Bio-Qualität liefern können.“

Die KellyBronze®-Pute verkörpert den „genetischen Oldtimer“, der Anfang der 1970er in England entwickelt worden und eine sogenannte langsam wachsende Rasse ist. Der Züchter hat aus alten englischen und schottischen Landschlägen sowie aus Oregon-Linien einen Vogel gezüchtet, der für die Freilandhaltung geeignet, genügsam und robust ist und über eine hervorragende Fleischqualität verfügt. „Das Ergebnis sehen und schmecken wir noch heute und wir sind froh, dass wir in Deutschland exklusiv über diese Rasse verfügen können. Struktur und Geschmack des Fleisches überzeugen und unsere Verbraucher schätzen es seit Jahren“, weiß Bohn. Die Hähnchen sind eine französische Rasse. Der Unternehmer kennt die Vorteile dieser Herkunft: „In Frankreich wird bekanntermaßen ein sehr hoher Standard im Geflügelbereich erreicht, weswegen wir es auch hier mit einem langsam wachsenden Tier zu tun haben, das neben der Eignung für die Haltung mit Auslauf sehr robust ist und ebenfalls eine besondere Fleischqualität liefert.“

 

Artgerechte Haltung

Für ein Hühnerleben spielt der Grünauslauf eine wichtige Rolle. Auf den Verbandsbetrieben nennt jedes Tier mindestens 4 qm, bei den Puten mindestens 10 qm sein eigenes Reich und eine maximale Besatzdichte von 21 kg Lebendgewicht pro Quadratmeter an Stallfläche wird strikt eingehalten. Zuständig dafür sind die Kontrollstellen des jeweiligen Mastbetriebs, die dies jedes Jahr erneut bestätigen. Eine Besonderheit stellt Bohn noch heraus: „Weder die Hähnchen noch die Puten werden nach dem Schlüpfen einer Schnabelbehandlung unterzogen.“

 

Bio-Futter ab dem ersten Tag

Die Küken beider Tierarten bekommen einen sogenannten Starter, also ein speziell auf ihre Bedürfnisse zugeschnittenes, erstes Futter. Dieses ist sehr eiweißreich und von der Körnung her so aufbereitet, dass die Küken es gut aufnehmen und fressen können. Später erhalten die Tiere an ihr jeweiliges Alter angepasstes Futter, das aus den Bio-Zutaten Getreide wie Weizen, Mais und Leguminosen wie Erbsen, Ackerbohnen und Soja besteht. „Damit werden über 95 Prozent der Zutaten aus Bio-Qualität zur Verfügung gestellt. Da Kartoffeleiweiß und Maiskleber quasi nicht in Bio-Qualität zu bekommen sind, werden diese aus konventioneller Herkunft eingesetzt. Dann kommt noch eine Mineralstoff- und Vitaminmischung zum Einsatz“, beschreibt der Geschäftsführer die Zusammensetzung, stammend von der Futtermühle aus, an der das Unternehmen eine Beteiligung hält. „Das bedeutet für uns, dass wir für die Qualitätssicherung, den Rohwareneinkauf sowie die Erstellung der Rezepturen verantwortlich sind“, so Bohn. Die Mühle, zertifiziert nach EU-Bio-Verordnung und nach den Biokreis e.V. Richtlinien, produziert ausschließlich Bio-Geflügelfutter, das zu 100 Prozent an die Mastbetriebe des Unternehmens ausgeliefert wird. Das benötigte Getreide stammt wiederum zum großen Teil von den Äckern der belieferten Bio-Höfe. „Wir transportieren sowohl die Rohstoffe als auch das Futter aus der Mühle mit zwei eigenen Silozügen. Wir kommen deshalb dem Ideal der im Ökolandbau gewünschten Kreislaufwirtschaft sehr nahe und verfügen über ein geschlossenes und sicheres System auf allen Ebenen“, bekräftigt Bohn.

Freiland Puten Fahrenzhausen bekennt sich zu der qualitativ hochwertigen Erzeugung von Öko-Produkten und sieht dies als „Eintrittskarte“ in den Naturkosthandel. „Für uns ist es deshalb nur konsequent, dass wir die Weichen auch in der Vermarktung ganz klar gestellt haben. Unsere Erzeugnisse sind nur im gut sortierten Naturkostfachhandel erhältlich. So kommt zusammen, was zusammen gehört: Verbands-Bio-Ware und Premiumvermarktung“, resümiert Bohn.

 

Weitere Infos erhalten Sie auf www.freiland-puten.de