Was wäre die Bio-Branche ohne Familienunternehmen? Sie sind ein wichtiger Bestandteil und machen die Bio-Bewegung zu dem was sie ist. Wir besuchen das Familienunternehmen Tress, das neben seinen frischen Fertigsuppen, Curries und Street Food auch durch das Bio-Hotel ROSE von sich Reden macht. Hier treffen wir uns mit Bio-Spitzenkoch Simon Tress.

 

 

Wenn Sie Ihr Unternehmen mit drei prägnanten Worten beschreiben sollten – welche wären das?

Familie, Zusammenhalt, Respekt (vor Mensch, Tier und Umwelt)

Das Wort Familie kam direkt als erstes. Tress ist eben ein echtes Familienunternehmen. Was bedeutet das im täglichen Leben?

Die ganze Familie arbeitet bei uns zusammen. Das war schon immer so – angefangen von meinen Großeltern, die 1950 die Samen für unser Unternehmen gesät haben, über meinen Vater und meine Mutter, bis zu uns heute. Wir sind sicher, dass gerade der Familienzusammenhalt uns dahin gebracht hat, wo wir heute sind.

Der Familienzusammenhalt spiegelt sich bestimmt auch in der Aufgabenverteilung wieder, oder? Wer macht was?

Da wären zunächst meine drei Brüder: Daniel ist für die Wimsener Höhle mit unserem zweiten Bio-Gasthof Friedrichshöhle verantwortlich und hat außerdem noch ein starkes Catering-Team unter sich, mit dem wir über 100 Hochzeiten in Bio-Qualität im Jahr ausrichten. Christian ist unser Mann für die Zahlen, er kümmert sich um die Finanzen und das Controlling. Mein jüngster Bruder Dominik ist für die Convenience-Produkte verantwortlich. Unsere Mutter Inge kümmert sich um unser Bio-Hotel ROSE und das neue Bio-Gasthaus „Heimatküche“. Unsere Frauen und Partnerinnen arbeiten ebenfalls im Betrieb mit und die nächste Generation wächst bereits heran.

Mein Bruder Dominik bezeichnet mich gerne als Außenminister unseres Familienunternehmens. Aber ich bin auch in unserem Bio-Restaurant ROSE in der Küche, arbeite an unseren Bistro-Gerichten für die Bio-Märkte mit und entwickle die Produkte der Convenience-Linie.

Die Rezepte für Ihre Produkte haben Sie als Bio-Spitzenkoch selbst kreiert. Wie läuft so ein Entwicklungsprozess ab?

Zunächst einmal wird der Markt eingehend betrachtet. Welche Produkte wünscht sich der Kunde, wohin gehen die Zukunftsvisionen im Markt? Danach wird in der Küche getüftelt und probiert. Ich arbeite hier sehr eng mit meiner Frau Katharina zusammen, die bei uns für die Produktentwicklung mit verantwortlich ist. Wir lassen im Entstehungsprozess immer viele unserer Mitarbeiter aus allen Bereichen testen. Dabei wird in großer Runde diskutiert. Die Gerichte kommen zunächst auf die Speisekarte des Bio-Restaurants ROSE und die Gäste dürfen zuerst probieren. Wenn dieser Test bestanden ist, kommen die Produkte in den Handel.

Dabei setzen Sie auf Nachhaltigkeit. Was ist so nachhaltig an den Verpackungen Ihrer Produkte?

Seit vielen Jahren treibt uns das Thema Verpackung um. Bio und Plastik passen nicht zusammen. Bio-Plastik ist ebenfalls keine ganzheitliche Lösung. Daher haben wir uns für Plastikreduktion entschieden. Das heißt unsere Verpackung besteht nun nur noch zu 12 Prozent aus Plastik statt vorher 100 Prozent. Wir verwenden nun Karton als Austauschmaterial. Der Karton wird aus PEFC-zertifizierten Wäldern gewonnen, d.h. für jeden gefällten Baum wird ein neuer nachgepflanzt.

Die aktuelle Verpackung ist für uns ein erster Schritt. Wir möchten aber hier unbedingt weiterarbeiten und suchen weitergehende Lösungen.