Spendenaktion September / Oktober 2016

1.287 € für die Bildungsprojekt "Biopoli"

Lassen sich mit Gentechnik Hungersnöte verhindern? Wer profitiert vom Pestizideinsatz auf konventionellen Äckern? Was hat unsere Landwirtschaft mit KleinbäuerInnen in Entwicklungsländern zu tun?

Gute Fragen – auf die es keine einfachen Antworten gibt. Die MitarbeiterInnen der Agrar Koordination e.V. sind überzeugt, dass diese Themen gerade deshalb auch für Jugendliche und junge Erwachsene eine wichtige Rolle spielen. Mit dem Bildungsprojekt „Biopoli“ ermöglichen sie es jungen Menschen, sich kritisch und informiert mit wichtigen Zukunftsfragen auseinanderzusetzen.

Bundesweit bietet der Verein kreative Workshops und Projekttage für allgemeinbildende Schulen, Berufsschulen und Universitäten an. Rund vierzig, jährlich weiterqualifizierte ReferentInnen, beleuchten dabei mit interaktiven Lehrmethoden Themen wie Landwirtschaft, Ernährung, Gentechnik und ökologische Vielfalt. Auch der Besuch von landwirtschaftlichen Betrieben und der direkte Austausch mit BäuerInnen stehen auf dem Programm.

Perspektivwechsel statt Frontalunterricht
Holt das denn noch jemand hinter dem Smartphone hervor? „Wir freuen uns, wie begeistert und interessiert die meisten SchülerInnen mitmachen“, erzählt Sandra Blessin. Sie koordiniert das Bildungsprojekt der Agrar Koordination. „Allerdings gibt es bei uns auch keinen reinen Frontalunterricht, sondern Rollenspiele, Talkshow-Simulationen und Quizrunden. Dabei schlüpft jeder Mal in unterschiedliche Denk-Positionen. Das macht den SchülerInnen Spaß und lässt politische Themen viel lebendiger werden“.

Mit unserer Herbstspendenaktion unterstützten wir die Agrar Koordination, die sich mit ihren Bildungsprojekten sowie entwicklungs- und agrarpolitischen Infoveranstaltungen für eine zukunftsfähige und sozial gerechte Landwirtschaft einsetzt. Für jede im Aktionszeitraum verkaufte 500 g-Packung Braunhirsemehl von Werz, spendeten wir 50 Cent.

www.agrarkoordination.de




Spendenaktion August 2016

3.762 € für Züchtungs-Fortbildung

Charlotte steht mit Bleistift und Notizblock in der Hand auf dem Acker. Sie lernt gerade ein Handwerk, das früher in fast jedem Bauerngarten praktiziert wurde: Die Kunst der Gemüsezüchtung. Eigentlich ist die längst abgewandert – von den Äckern in die Zuchtgärten und Labore globaler Saatgutunternehmen. Trotzdem lässt sich Charlotte während einer 2-jährigen Fortbildung zur „Ökologischen Gemüsezüchterin“ ausbilden und erzählt, was sie in die Welt winziger Samen, Pollen und Pinzetten zog. 

Charlotte, warum verbringst du deine Freizeit mit Gemüsezüchtung?
Ich finde es unglaublich spannend, dass ich Pflanzen durch mein Einwirken verändern kann. Es lassen sich Eigenschaften wie Farbe und Geschmack beeinflussen oder die Anfälligkeit für Krankheiten reduzieren. Ich könnte mir aber auch zum Ziel setzen, eine Gemüsesorte mit besonders großen Blättern zu züchten. Die stellen unliebsame Kräuter in den Schatten und nehmen ihnen damit das Licht zum Wachsen. Ein sehr eleganter Unkrautschutz, oder? Ganz ohne Chemie!

Öko-Sorte, Öko-Züchtung... Was ist daran so besonders?
Öko-ZüchterInnen arbeiten vor allem dort, wo die Sorte später auch angebaut wird: Auf Bio-Äckern, weniger im Labor. Pflanzen sind lebendige Organismen, sie stehen immer im Austausch mit ihrer Umwelt. Das sollte im Züchtungsprozess nicht anders sein! Bei der Entwicklung einer Sorte geht es uns nicht nur um Ertrag und Krankheitsresistenz, sondern auch um Geschmack und die Wirkung auf den Menschen. Gentechnische Methoden sind natürlich verboten. Und wir konzentrieren uns auf die Bedürfnisse der Bio-Betriebe und nicht darauf, dass eine Sorte global und maximal gewinnbringend vermarktet werden kann.

Entmutigt es dich denn nicht, wenn Unternehmen mit Patenten und gentechnischen Methoden immer mehr Einfluss auf unser Essen nehmen?
Doch, manchmal schon. Andererseits sorgen Öko-ZüchterInnen ja dafür, dass es Alternativen zu den Einheitssorten der Konzerne gibt. Und wer weiß, vielleicht schätzen in Zukunft noch viel mehr Menschen, dass wir die Vielfalt und das praktische Wissen, wie Züchtung überhaupt funktioniert, auf den Bio-Höfen lebendig halten.

Mit unserer Spendenaktion unterstützten wir die Fortbildung „Biologisch-dynamische Pflanzenzüchtung“ des Kultursaat e.V. Während dieser erlernen die TeilnehmerInnen die Praxis der Öko-Züchtung, um auf ihren Betrieben selbstständig Öko-Sorten entwickeln zu können. Für jedes im Aktionszeitraum verkaufte Kilogramm Knollensellerie spendeten wir 15 Cent. 

 www.kultursaat.org/Fortbildung


Spendenaktion April 2016

9.066 € für die unabhängige und gentechnikfreie Öko-Züchtung

Was sehen Sie, wenn Sie einen ganz gewöhnlichen Kohlrabi aufschneiden? Kohlrabi – natürlich!? Könnten wir einen Blick in eine seiner Zellen werfen, würden wir möglicherweise überraschendes entdecken: Einen japanischen Rettich, besser gesagt, Zellbestandteile des Rettichs. Was die im Kohlrabi zu suchen haben? Eigentlich nichts.

Der Rettich hat es mit Hilfe der sogenannten CMS-Technik bis zur Kohlrabi-Basis geschafft. Dabei werden im Labor Bestandteile einer Rettich-Zelle mit einer Kohlrabi-Zelle verschmolzen. Wozu? Rettich bildet von Natur aus keine fruchtbaren, männlichen Pollen (er ist „cytoplasmatisch männlich steril“ = CMS). Durch die Vereinigung von Rettich- und Kohlrabi-Zelle werden die daraus hervorgehenden Kohlrabi-Pflanzen ebenfalls männlich unfruchtbar. Die beim zweigeschlechtlichen Kohlrabi mögliche Selbstbefruchtung wird so verhindert.

Gentechnik durch die Hintertür? Rein rechtlich gilt die CMS-Methode nicht als Gentechnik. Im Biolandbau wird der manipulierende Eingriff in das Erbgut der Pflanzen dennoch kritisch und als „gentechnik-nah“ gesehen. Bio-Verbände wie Bioland, Demeter und Naturland haben den Einsatz von CMS-Saatgut sogar verboten. Doch Alternativen sind rar. Viele moderne Kohlsorten wurden konventionell und mit dem Einsatz von CMS gezüchtet.

Damit sich das ändert, entwickeln Öko-ZüchterInnen des Kultursaat e.V. CMS-freie Sorten, die zugleich an den ökologischen Anbau ohne chemisch-synthetische Spritz- und Düngemittel angepasst sind. 

Mit unserer Frühlingsaktion in den Biomärkten unterstützten wir den Kultursaat e.V. mit insgesamt 9.066 €. Für jeden im zweiwöchigen Aktionszeitraum verkauften Kohlrabi spendeten wir 5 Cent.

www.kultursaat.org


Spendenaktion Januar / Februar 2016

3.800 € für mehr Bio-Nachwuchs

Ganz bewusst entscheiden sich immer mehr Menschen für Bio-Lebensmittel. Eine gute Nachricht, die zugleich bedeutet: Wir brauchen mehr Bio-Betriebe – und Menschen die dort Verantwortung für Land und Tier übernehmen.

Demeter-Höfe stehen dabei vor einer besonderen Herausforderung. Wer bio-dynamische Landwirtschaft betreiben möchte, benötigt ein sehr umfangreiches Wissen und Verständnis. Kenntnisse, die keine staatliche Ausbildung und keine Hochschule vermitteln. Deswegen gibt es die sogenannte Freie Ausbildung.

In vier Lehrjahren erlernen junge Menschen das landwirtschaftliche Handwerkszeug und die Methoden des bio-dynamischen Landbaus. Ziel der Ausbildung ist es auch, die Lehrlinge zu bestärken, wachsam und selbstreflektierend Verantwortung zu übernehmen: Für natürliche und finanzielle Ressourcen, gesellschaftliche Belange und das soziale Miteinander auf den Höfen.

So entwickeln die Bio-Bauern und Bäuerinnen von Morgen die Fähigkeit, neue Höfe zu gründen und bestehende Bio-Betriebe erfolgreich in die Zukunft zu führen.

Mit unserer Winteraktion unterstützten wir die bio-dynamische Ausbildung in den östlichen Bundesländern. Diese wird dort, aufgrund sehr begrenzter öffentlicher Fördermittel, auch mit Hilfe von SpenderInnen ermöglicht.

Für jeden im Aktionszeitraum verkauften Dinkel-Gebäckartikel von Sommer & Co. spendeten wir 25 Cent an den Träger der Freien Ausbildung in Ostdeutschland und konnte abschließend 3.800 € übergeben.

www.freie-ausbildung-im-osten.de 


Spendenübergabe im Januar 2016

Quelle: Stephan Münnich

50.000 € für die ökologische Sorten-Entwicklung

Im Rahmen der Saatgut-Tagung am 30. Januar 2016 in Kassel, hat die Zukunftsstiftung BioMarkt eine Spende von 50.000 € für die vom Saatgutfonds geförderten Öko-ZüchterInnen übergeben.

Wir freuen uns, dass wir damit auch 2016 die Entwicklung von gentechnik- und patentfreien Öko-Sorten unterstützen können.

Unsere Presseerklärung zur Spendenübergabe (30.01.2016)

www.saatgutfonds.de