Spendenaktion September 2017

3.241 Euro für die Sativa Rheinau AG

Warum ökologisch züchten?
Mit unserer Herbstspendenaktion unterstützten wir diesmal die ökologische Pflanzenzüchtung der "Sativa Rheinau AG" aus der Schweiz. Deren Initiative liegt uns besonders am Herzen, da sie einen wichtigen Beitrag zur Sortenvielfalt und Unabhängigkeit des Ökolandbaus leistet.

Für jedes im Aktionszeitraum verkaufte Kilogramm samenfeste Möhren "Rodelika" spenden wir 20 Cent des Verkaufspreises.


Warum überhaupt züchten? Was ist ökologische Pflanzenzüchtung und was bedeutet samenfest? Wir bringen Licht ins Dunkel und haben bei Amadeus Zschunke, Geschäftsführer von Sativa Rheinau, nachgefragt.

Herr Zschunke: Warum werden neue Pflanzen gezüchtet, wo es doch so viele alte Sorten gibt?
Die Welt entwickelt sich und damit auch die Anforderungen an unsere Sorten. Einfluss nehmen der Klimawandel, neue Schädlinge und Krankheiten, gegen die alte Sorten nicht resistent sind. Auch unsere Ansprüche haben sich geändert: Ein großer Kohlkopf war früher für Großfamilien sehr willkommen. Heute gibt es vermehrt Singlehaushalte, die kleine Kohlköpfe bevorzugen.

Warum ist die ökologische Pflanzenzüchtung so wichtig?
Sie sorgt für mehr Vielfalt auf unseren Feldern! Die ohne gentechnische Verfahren gezüchteten Sorten sind robuster, standortangepasst und ganz wichtig: Samenfest.

Was bedeutet samenfest?
Der Großteil der heutigen Sorten stammt aus Hybridzüchtungen. Die Samen von Hybriden werden aufgrund ihres schlechten Ertrages nicht für den Wiederanbau genutzt. Anders dagegen samenfeste Sorten. Hier können die Pflanzensamen geerntet werden und man erhält bei einer erneuten Aussaat in der Regel den gleichen Ertrag. Die Gärtner/innen können dadurch ihr eigenes Saatgut gewinnen und sind unabhängiger von Saatgutkonzernen.

Worauf kann ich als Verbraucherin und Verbraucher achten?
Auch im Ökolandbau werden Hybridsorten eingesetzt, da es noch nicht genügend ökologisch gezüchtete Sorten gibt. Fragen Sie bei Ihrem nächsten Einkauf gezielt welche Sorten angeboten
werden. Mit dem Kauf ökologisch gezüchteter, samenfester Sorten können Sie uns Ökozüchter- und Züchterinnen wirksam unterstützen!


Spendenaktion August 2017

2.435 Euro für den Biokreis e. V.

 

 

Wenn unsere Vorfahren in den Genuss von Honig kommen wollten, war Geschicklichkeit gefragt. Die Ernte des süßen Golds aus den Baum- und Felsenhöhlen der wilden Bienenvölker, konnte sonst schmerzhaft werden. Was zählt heute bei der Honig-Suche? Bio-Imker und Biokreis-Berater Marc Schüller setzt da klare Prioritäten.

Herr Schüller, worauf können wir beim Honig-Einkauf achten? 
Für mich ist ein möglichst regional erzeugter Bio-Honig die erste Wahl.

Warum Bio? 
Das Bio-Siegel garantiert mir, dass die Bienenstöcke ins Umfeld von ökologisch bewirtschafteten Flächen gestellt wurden. Bio-Imkereien verzichten zudem auf jeglichen Chemieeinsatz. Der wichtigste Punkt ist, dass in der Bio-Imkerei das Wesen der Biene geachtet wird und die Haltungsbedingungen diesem entsprechen.

Was spricht für Regionalität? 
Honig-Bienen und andere Insekten bestäuben einen Großteil unserer heimischen Nutz- und Wildpflanzen. Sie sichern damit unsere Ernährung, die Artenvielfalt und unsere Kulturlandschaft! Es gibt köstlichen Honig aus Übersee, doch ein Rückgang der heimischen Imkerei führt auch zu weniger Bienen in unserer Region.

Regionaler Honig ist nicht immer der günstigste. Warum?
Sortenreiner Honig aus der Region kostet Honigernte im 21. Jahrhundert mehr, da er nicht aus unterschiedlichen, günstigen Honigen verschiedener Länder gemischt wird. Höhere Lohnkosten können ein Grund sein. Vor allem aber holen regionale Imker deutlich weniger Erträge ein, als es in klimatisch milderen Ländern möglich ist. Zum Beispiel stammt der Bayerische Blütenhonig dieser Spendenaktion von kleinen Biokreis- Imkereien, die standorttreu imkern, nur wenig Honig entnehmen und diesen über eine gemeinsame Erzeugergemeinschaft vermarkten.

Mit unserer Sommeraktion förderten wir die ökologische Bienenhaltung und unterstützten den Einführungskurs zur Bioimkerei vom Biokreis e.V. - Verband für ökologischen Landbau.  Für jedes im Aktionszeitraum verkaufte Glas bayerische Blütenhonig spendeten wir 60 Cent vom Verkaufspreis.

 



Spendenaktion Mai 2017

6.349 € für das 2000 m²-Projekt

 

 

2000 m2 – das ist die Fläche, die jedem Menschen durchschnittlich für die Produktion seiner Lebensmittel, Kleidung und Kraftstoffe zur Verfügung steht, wenn man die weltweit verfügbaren Ackerflächen gerecht auf die Erdbevölkerung aufteilt.

Um für diese Fläche ein Gefühl zu bekommen, hat die Zukunftsstiftung Landwirtschaft der GLS Treuhand, als Initiatorin des 2000 m2-Projekts, einen 2000 m2 großen „Weltacker“ in Berlin-Marzahn angelegt. Darauf wächst anteilig, was uns ernährt und weltweit angebaut wird: Getreide, Gemüse, Obst, Zucker, Futtermittel für Tiere und Energiepflanzen für Treibstoffe.

Weltacker auf der IGA 2017

In diesem Jahr ist der Weltacker Teil der Internationalen Gartenausstellung (IGA) und ihres Umweltbildungsprogramms für Jugendliche und Kinder. Interessierte können den Weltacker besuchen und selbst aktiv werden. Infotafeln und Workshops klären darüber auf, was in und auf dem Boden lebt – aber auch darüber, dass 2000 m2 für viele längst nicht mehr ausreichen. Zu viele Lebensmittel wandern auf dem Müll, der Anbau von Energiepflanzen und der Fleischkonsum nehmen zu. Wussten Sie, dass bereits zwei Schweine in einem Jahr Ihren Acker leer fressen? Dabei deckt deren Fleisch gerade mal den Jahresbedarf von fünf Deutschen.

Wettkampf zwischen Trog, Tank und Teller

Der Weltacker soll auf die ungleiche Verteilung und Nutzung der weltweiten Ackerflächen aufmerksam machen. Neben dem Wettkampf zwischen „Trog, Tank und Teller“  zeigt das 2000 m2-Projekt aber auch Lösungswege auf, um in Zukunft die gerechte Versorgung aller Menschen auf unserem Planeten sicher zu stellen.

Weitere Informationen zum 2000 m2-Projekt, zu Veranstaltungen und Mitmachaktionen finden Sie unter www.2000m2.eu/de/

Mit unserer Frühjahrspendenaktion unterstützten wir die wertvolle Arbeit des 2000 m2-Projekts. Mit jeder im Aktionszeitraum verkauften Packung ausgewählter Hülsenfrüchte von Davert spendeten wir 40 Cent.


Spendenaktion Januar 2017

6.025 € für "no patents on seeds"

Patente auf Pflanzen und Tiere sind heftig umstritten. Vor allem wenn neue Sorten oder Rassen durch „klassische Züchtungsmethoden“, also ohne Gentechnik, entstanden sind. Kritiker/-innen führen an, dass dabei nichts Neues erfunden, sondern nur die natürlich im Erbgut der Lebewesen vorhandenen Eigenschaften genutzt werden.

Besonders problematisch: Viele Patente umfassen die gesamte Kette der Lebensmittelerzeugung – vom Saatgut bis zum Gemüse im Kochtopf. Nur wer Lizenzgebühren bezahlt, darf mit patentierten Sorten weiterzüchten, sie anbauen oder ernten. Diese Monopole dienen vor allem großen Konzernen, während Verbraucher- und Landwirt/-innen zunehmend in deren Abhängigkeit geraten. Schon jetzt kontrollieren die drei Unternehmen Monsanto, DuPont und Syngenta etwa 50 Prozent des Saatguthandels weltweit. Wer die Patente in der Hand hält kann entscheiden, was gezüchtet, angebaut, geerntet und als Lebensmittel auf den Markt kommt – und welcher Preis dafür gezahlt werden muss.

Patente auf Leben stoppen

Die Initiative „no patents on seeds“ setzt sich seit Jahren vor allem auf politischer Ebene dafür ein, dass auf Pflanzen, Tiere und die daraus gewonnenen Produkte keine Patente mehr vergeben werden.

Mit unserer Winterspendenaktion förderten wir dieses unverzichtbare Engagement „hinter den Kulissen“. Für jede im Aktionszeitraum verkaufte Schale Rucola, spendeten wir 15 Cent.